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Im Rahmen des Suso-Haus-Kulturprogramms 2009 kam am 15. Mai Joachim Wieland zu Wort, der in den Jahren 1971 bis 1997 selbst Bewohner des Suso-Hauses war. Das Suso-Haus will als „Haus der Seele" mit dem Gedenken an Heinrich Seuse und als Ort schöpferischer Arbeit sinnstiftende Werte vermitteln. So Michael Stoll vom Vorstand des „Verein des Gedenkens an den Mystiker und Dichter vom Bodensee Heinrich Seuse e.V." Die äußere Renovierung des Hauses sucht mit der inhaltlichen Konzeption des Hauses eine stimmige Entsprechung. Er verwies hierbei auf die im Molassefelsenkeller befindliche Quelle, die zum symbolträchtigen Motiv und Anlass der Gestaltung erwuchs, meinte Stoll anlässlich einer Veranstaltung im Rahmen des Suso-Haus-Kulturprogramms: Zu Wort kam der seiner Behinderung wegen im Rollstuhl sitzende und in St. Ulrich gepflegte Joachim Wieland, in den Jahren 1971 bis 1997 selbst Bewohner des Suso-Hauses. „Das Geheimnis lässt das Herz rufen", waren Wielands „poetischen Gedanken aus den Jahren 2008/2009" sinnvoll-tiefgründig genannt, die sein ebenfalls der Poesie zugeneigte Bruder Hans-Peter dem gebannt lauschenden Publikum vortrug. Michael Stoll unterstrich die Worte gefühlvoll mit nur taktweiser Gitarremusik. Im Mittelpunkt der tief mystischen Gedanken von Joachim Wieland: Das Geheimnis der Liebe. Der Mensch, daran erinnerte er anfangs selbst, hält „Zwiesprache" mit seinen Mitmenschen, mit Natur und Schöpfung, weil er sich „von Anfang an geliebt" fühlen darf. Es sind oft kleine Anlässe, die Joachim Wieland zur Feder greifen lassen. Das vergessene Auto in der Garage, die Flügel des Ahorns und die Träume („Der Wind weht, wie er es will"), die Berge, wo das Unsichtbare dem Sichtbaren die Hand gibt, das Gipfelkreuz auf dem Ifen. Der Ausblick aus dem Fenster im Pflegeheim zeigte ihm, wie das Fliederbäumchen alles ertrug, was das Wetter bietet. Doch in der Bauphase hat der „Kramer-Allrad" es erdrückt: „Ihr Wurzeln, probiert's aufs Neue!", so des Dichters Hoffnung. Die letzte, lange Poesie, die „Trilogie der Wörter", besang ausdrücklich das Lied der Liebe. Die Liebe ist das Wort, das in uns wohnt - offen oder eher verschlüsselt. In allem wohnt das Gute: „Im Fundament des Glaubens ist sich selber annehmen der erste Baustein - Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!" Der Mensch ist nie fertig, in der Schwachheit erweist sich Gottes Stärke, der Untergang wird letzlich zum Aufgang: „Die kleinste Liebestat ist größer als groß!" Die körperliche Behinderung des Dichters Wieland wirkt durch die Poesie so angenommen, dass die Hörenden staunend lernen konnten. (fw)
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